Schwerbehindertenvertretung im Kirchenkreis:


Schwerbehindertenvertretung im Kirchenkreis Göttingen
Auf dem Hagen 23    −     37079 Göttingen

Vertrauensperson:
Frau Gabi Schramme
Tel. 0551-54763-17
mail: schwerbehindertenvertretung-kkgoettingen@web.de

Stellvertreterin:
Frau Maria Umlauf
Tel. 0551-54763-18
mail: schwerbehindertenvertretung-kkgoettingen@web.de

Rechte von Schwerbehinderten:


Schwerbehinderte Kolleginnen und Kollegen sollten dem Arbeitgeber und der Personalverwaltung (Kirchenkreisamt) ihre Schwerbehinderung mitteilen, damit sie die Schutzrechte aus dem Schwerbehindertengesetz in Anspruch nehmen können. Die wichtigsten sind:

• Anspruch auf Zusatzurlaub (ab einen Grad der Behinderung von 50%)• Steuerermäßigungen
• erweiterter Kündigungsschutz• eher in Altersrente
• Nachteilsausgleiche (Ermäßigung KFZ-Steuer bzw. Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr) 

Auszüge aus dem Schwerbehindertengesetz (SGB IX)

Behinderung (§ 2)

(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.

(2) Menschen sind im Sinne des Teils 2 schwerbehindert, wenn bei ihnen ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt und sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihre Beschäftigung auf einem Arbeitsplatz im Sinne des § 73 rechtmäßig im Geltungsbereich dieses Gesetzbuches haben.

(3) Schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden sollen behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 2 vorliegen, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behalten können (gleichgestellte behinderte Menschen).

Erfordernis der Zustimmung (§ 85)
Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen durch den Arbeitgeber bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes.

Kündigungsfrist (§ 86)
Die Kündigungsfrist beträgt mindestens vier Wochen.

Außerordentliche Kündigung (§ 91)
(1) Die Vorschriften dieses Kapitels gelten mit Ausnahme von § 86 auch bei außerordentlicher Kündigung, soweit sich aus den folgenden Bestimmungen nichts Abweichendes ergibt.

(2) Die Zustimmung zur Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen beantragt werden; maßgebend ist der Eingang des Antrages bei dem Integrationsamt. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Arbeitgeber von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt.

(3) Das Integrationsamt trifft die Entscheidung innerhalb von zwei Wochen vom Tage des Eingangs des Antrages an. Wird innerhalb dieser Frist eine Entscheidung nicht getroffen, gilt die Zustimmung als erteilt.

(4) Das Integrationsamt soll die Zustimmung erteilen, wenn die Kündigung aus einem Grunde erfolgt, der nicht im Zusammenhang mit der Behinderung steht.

(5) Die Kündigung kann auch nach Ablauf der Frist des § 626 Abs. 2 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs erfolgen, wenn sie unverzüglich nach Erteilung der Zustimmung erklärt wird.

(6) Schwerbehinderte Menschen, denen lediglich aus Anlass eines Streiks oder einer Aussperrung fristlos gekündigt worden ist, werden nach Beendigung des Streiks oder der Aussperrung wieder eingestellt.

Erweiterter Beendigungsschutz (§92)
Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen bedarf auch dann der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes, wenn sie im Falle des Eintritts einer teilweisen Erwerbsminderung, der Erwerbsminderung auf Zeit, der Berufsunfähigkeit oder der Erwerbsunfähigkeit auf Zeit ohne Kündigung erfolgt. Die Vorschriften dieses Kapitels über die Zustimmung zur ordentlichen Kündigung gelten entsprechend.

Mehrarbeit (§ 124)
Schwerbehinderte Menschen werden auf ihr Verlangen von Mehrarbeit freigestellt.

Zusatzurlaub (§ 125)
(1) Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von fünf Arbeitstagen im Urlaubsjahr, wenn der Grad der Schwerbehinderten über 50% beträgt. Verteilt sich die regelmäßige Arbeitszeit des schwerbehinderten Menschen auf mehr oder weniger als fünf Arbeitstage in der Kalenderwoche, erhöht oder vermindert sich der Zusatzurlaub entsprechend. Soweit tarifliche, betriebliche oder sonstige Urlaubsregelungen für schwerbehinderte Menschen einen längeren Zusatzurlaub vorsehen, bleiben sie unberührt.

(2) Besteht die Schwerbehinderteneigenschaft nicht während des gesamten Kalenderjahres, so hat der schwerbehinderte Mensch für jeden vollen Monat der im Beschäftigungsverhältnis vorliegenden Schwerbehinderteneigenschaft einen Anspruch auf ein Zwölftel des Zusatzurlaubs nach Absatz 1 Satz 1. Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden. Der so ermittelte Zusatzurlaub ist dem Erholungsurlaub hinzuzurechnen und kann bei einem nicht im ganzen Kalenderjahr bestehenden Beschäftigungsverhältnis nicht erneut gemindert werden.

(3) Wird die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch nach § 69 Abs. 1 und 2 rückwirkend festgestellt, finden auch für die Übertragbarkeit des Zusatzurlaubs in das nächste Kalenderjahr die dem Beschäftigungsverhältnis zugrunde liegenden urlaubsrechtlichen Regelungen Anwendung.

Nicht genommener Zusatzurlaub für Schwerbehinderten verfällt nicht !!!
Laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG Urteil vom 23.03.10 - 9 AZR 128/09-) muss der gesetzlich geregelte Zusatzurlaub für Schwerbehinderte auch dann finanziell abgegolten werden, wenn der Arbeitnehmer den Urlaub wegen Krankheit nicht nehmen konnte oder es zu einer Beendigung des Arbeitsverhltnisses kommt.

 

Das vollständige Schwerbehindertengesetz (SGB IX) finden sie hier.